Attachment Parenting

Was ist das überhaupt?

Attachment Parenting hört sich erst mal wild an. Kompliziert. Dabei ist es wörtlich übersetzt nicht mehr als bindungsorientierte "Erziehung". Ich stelle das Wort Erziehung mit Absicht in Anführungsstriche, weil ich der Meinung bin, dass Babys weder erzogen werden können, noch sollten. Sinngemäß sollte ich vielleicht besser schreiben "bedürfnisorientierter Umgang mit dem Kind".

 

Der Begriff wurde von dem amerikanischen Kinderarzt Dr. William Sears geprägt, welcher auch einige tolle Bücher zu dem Thema geschrieben hat. Mehr dazu in den Literatur-Tipps.

 

Bedürfnisorientiert bedeutet, dass auf jedes Bedürfnis des Babys sofort zu reagieren, ohne dabei die Bedürfnisse der anderen Familienmitglieder zu vergessen.

Das Bedürfnis, welches momentan am wichtigsten ist, wird zuerst erfüllt. Meist ist das das Bedürfnis des Babys, welches einfach noch nicht in der Lage ist, seine Bedürfnisse hinten an zu stellen oder zu übergehen. Ein Baby besteht Anfangs aus seinen Bedürfnissen und ist darauf angewiesen, dass wir diese sofort erfüllen. Es kann sich, im Gegensatz zu uns, noch nicht selbst helfen und duldet in der Regel keinen Aufschub. Also haben wir diese ehrenvolle Aufgabe, dem Baby dabei zu helfen!

 

Stillen, Tragen, Familienbett

Die Bedürfnisse des Babys sind ansich ganz leicht zu erfüllen.

 

Nähe und Körperkontakt zu einer geliebten Bezugsperson sind besonders wichtig, sogar für das Überleben des Kindes.

Aus Evolutionssicht betrachtet macht das auch durchaus Sinn. Ein Baby, das in ständigem Körperkontakt ist, ist sicher. Vor vielen, vielen tausenden Jahren wäre es der sichere Tod für ein Baby gewesen, in der Nacht abgelegt zu werden. Aus heutiger Sicht überlebt ein Kind natürlich auch, wenn es in einem anderen Raum schläft. Dennoch ist das Baby von seinen Instinkten darauf ausgelegt, in unserer Nähe zu sein. Es weiß nicht, das es sicher ist und protestiert oft lautstark, wenn die sichere Reißleine (der Körperkontakt) abbricht.

Dieses Verhalten hat sicher nichts mit Vorsatz zu tun, das Baby ist nicht verwöhnt, oder will uns ärgern.

 

Indem man das Baby stillt, es viel trägt und mit ihm in einem Bett schläft, erfüllt man ganz einfach und nebenbei das Grundbedürfnis des Babys nach Nähe und Körperkontakt.

 

 

Natürlich "darf" jede Familie selbst entscheiden, inwieweit sie diese Möglichkeiten wahrnehmen, es ist kein Muss und keine strenge Vorgabe. Attchment Parenting soll Spaß machen und das Leben vereinfachen.

 

Ein Kind, das aus welchen Gründen auch immer, nicht gestillt wird, kann dennoch liebevoll gefüttert werden, indem man acht gibt, dem Baby das Fläschchen ähnlich wie beim Stillen zu geben. Mit nahem Körperkontakt und Zuwendung.

Die Situationen, in denen ein gestilltes Kind mit der Brust beruhigt werden kann, können auch anders gelöst werden, mit auf den Arm nehmen, viel Tragen und körperliche Nähe.

 

Wenn ich besser schlafe, wenn niemand neben mir liegt, dann sucht man dort eine passende Lösung. Schließlich ist es wichtig, dass alle gut schlafen können.

 

 

Attachment Parenting ist kein Zwang. Wir haben die Möglichkeit, auf diese Weise unser Leben sehr zu vereinfachen.

Jedes Bedürfnis mehr, das erfüllt wird, ist gut.

 

 

 

Für eine gute Bindung

Attachment Parenting förder die Bindung von Eltern und Kind.

 

Stillen-Tragen-Familienbett. Diese Drei wichtigsten Instrumente des AP tragen dazu bei, dass die Nähe zwischen Eltern und Kind möglichst groß ist.

 

Durch diese Bindung wird die Kommunikation vereinfacht. Oft genügen wenige (oder gar keine) Worte um zu wissen, was los ist., eine direkte Reaktion ist schnell möglich. Mutter (und natürlich auch der Vater) und Kind kennen sich besser. Wenn man sich besser kennt, kann man das Gegenüber besser einschätzen und noch besser auf dessen Bedürfnisse reagieren.

 

Anfangs ist das natürlich nur von Mutter richtung Kind der Fall. Je größer das Kind aber wird, desto stärker wird diese Reaktion aber auch in Gegenrichtung verlaufen. Nich nur die Mutter kennt ihr Kind gut, auch kann das Kind besser auf die Mutter eingehen.

Letztendlich profitiert die gesamte Familie davon!

 

Eng und sicher gebundene Kinder sind zufriedener mit sich und ihrer Umwelt und geraten seltener "außer Kontrolle".

 

 

Glückliche Kinder machen große Freude!

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