Langzeitstillen

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 6 Monate ausschließliches Stillen, nach der Beikosteinführung weiteres Stillen bis zum 2. Geburtstag und darüber hinaus.

 

Diese Empfehlung gilt weltweit und soll eine gute Ernährung der Kinder fördern und sicherstellen.

 

 

Dennoch ist es in unserer Kultur eher selten, dass Kinder auch über den ersten Geburtstag hinaus gestillt werden.

Man geht davon aus, dass das physiologische Abstillalter des Kindes irgendwo zwischen dem 2. und 7. Geburtstag liegt. Das Menschenkind ist darauf ausgelegt, eine gewisse Zeit Muttermilch zu erhalten, auch wenn es schon feste Nahrung zu sich nimmt.

 

 

Langzeitstillen ist eine ganz einfache Möglichkeit, ein Kleinkind bedürfnisorientiert zu begleiten.

Die Bedürfnisse eines Kleinkindes sind naturgegeben etwas anders als die eines kleinen Babys.

Das Kleinkind wird mobil und erweitert seinen Umkreis, in dem es sich bewegt.

Stillen ist so was wie ein sicherer Hafen im Alltag. Viele Situationen verunsichern kleine Kinder, Mamas süße Milch und die Nähe geben dem Kind Stärke und Sicherheit.

 

Wenn ein Kind stürzt, sich wehtut, gibt es nicht, das schneller und besser hilft, als Stillen.

In Krankheitszeiten, wenn das Kind nichts essen mag, kann man sich glücklich schätzen, wenn man weiß, dass man dem Kind gute Nahrung bieten kann, welche es auch gerne annimmt.

Verkehrte Welt

In unserer Gesellschaft entspricht Langzeitstillen nicht der Norm.

Und wie alles, das nicht der Norm entspricht, wird das lange Stillen auch mit besonderem Argwohn beäugt.

Nicht selten wird eine lange stillende Mutter beschimpft, oder sogar als "ekelhaft" betitelt (ja, das gibt es wirklich, ein Unding).

 

Es sind viele Vorurteile im Umlauf, die die Unsinnigkeit, nein sogar Schädlichkeit des Langzeitstillens betreffen.

 

Da ist die Rede davon, dass langes Stillen keinen Mehrwert hätte, keinen positiven gesundheitlichen Effekt für das Kind. Sogar mache Kinderärzte verbreiten diese Meinung.

Es gibt diverse Studien, die genau das Gegenteil beweisen. Muttermilch passt sich auch nach dem 6. Monat immer wieder und weiter den Bedürfnissen des wachsenden Kindes an. Wenn das Kind beispielsweise mobiler wird, steigen die Abwehrstoffe in der Muttermilch und erreichen ein ähnliches Level wie ganz zu Beginn in der Neugeborenenzeit. Äußerst geschickt von der Natur, die so das Kind vor Krankheiten schützen kann. Und wenn das Kind doch einmal krank wird, hilft Muttermilch ihm, genügend Nährstoffe zu bekommen, wenn es sonst nichts essen will.

 

Aber auch für die Mutter ist eine lange Stillzeit äußerst vorteilhaft. Das Brustkrebsrisiko sinkt mit jedem Monat, den eine Frau länger stillt. Ebenso wird das Osteoporoserisiko gesenkt.

 

Diese Vorteile zu nutzen steht jederfrau offen.

 

 

Ein besonders großes Thema scheint zu sein, dass langes Stillen die Kinder abhängig und unselbständig macht. Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig in den Köpfen der Gesellschaft. Seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts prägte ein Elternratgeber ganze Generationen von Eltern ("Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind" von Johanna Harer) und wirkt bis heute in den Köpfen der Menschen.

 

Natürlich macht langes Stillen nicht abhängig. Wer sich ein bisschen mit Bindungstheorie befasst weiß, dass es eben diese Bindung ist, die die Kinder besonders stark und selbstsicher macht, also genau das Gegenteil bewirkt.

 

Die Kinder entwickeln ein gesundes Selbst-bewusst-sein.

 

Statt zu akzeptieren, das Muttermilch, Menschenmilch für Menschenkinder ist,

sollen Kinder möglichst früh an Kuhmilch - die für Kühe ist - gewöhnt werden. Muttermilch ist artgerecht.

 

Verkehrte Welt.

 

 

 

 

Jeder sollte die Entscheidung - dafür oder dagegen - selbst treffen dürfen, ohne verurteilt zu werden.

 

 

Stillgruppen

Je länger die Stillzeit andauert, desto dünner wird die Luft, was Gleichgesinnte betrifft.

Es tut dann besonders gut, sich in Stillgruppen zu treffen (z.B. von der LaLecheLiga, oder hier), um zu sehen, dass man nicht alleine ist. Der Austausch tut gut und bestärkt :)

 

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