Di

20

Jan

2015

Crayon - Art - Tutorial


Irgendwann stolperte ich bei pinterest mal über diese Art von Bildern, die aus geschmolzenen Wachsmalstiften gemacht waren.


Da es meist Regenbogenbilder waren, haben sie meine Aufmerksamkeit ziemlich schnell erregt. Dem ein oder anderen dürfte ja schon mal meine Vorliebe für Regenbögen aufgefallen sein ;)



Schon länger hatte ich vor, dazu eine Anleitung zu schreiben, bin aber einfach nur noch nicht dazu gekommen. Heute wurde ich bei facebook aber mal wieder daran erinnert, dass ich es machen wollte.

Das Bild habe ich schon vor 1,5 Jahren gemacht, aber damals wohlweißlich die Arbeitsschritte fotografisch dokumentiert, weil ich ja eben einen Blogeintrag dazu machen wolle...



CRAYON - ART


So nennt man die Bilder, die aus geschmolzenen Wachsmalern gemacht sind. Das eignet sich auch prima für verregnete Nachmittage, wenn die Kinder beschäftigt werden wollen.




Und nun geht es los:


Zuerst einmal suchen wir uns alles zusammen, was wir brauche.



Was braucht man dazu?


  • Eine Leinwand beliebiger Größe
  • Entsprechend viele Wachsmalstifte (ich hab die original Crayons genommen), bei mir sind es 80 Wachsmaler auf 80cm, mit ein bisschen Platz am Rand. Ich habe nicht alle Wachsmaler aus dem Paket genutzt, sondern einige Farben aussortiert, z.B. braun oder schwarz
  • große Müllbeutel oder Malerplane um die Umgebung zu schützen
  • Heißklebepistole
  • Fön
  • ggf. Edding, Klebeband, Pappe, um ein Motiv aufs Bild zu bekommen
  • fleißige kleine Helferlein




Mit Hilfe der damals vierjährigen Tochter habe ich zuerst die Wachsmaler nach Farben sortiert, wärend die Heißklebepistole warm wurde.


Danach haben wir vorsichtig gemeinsam die Wachmaler auf die Leinwand geklebt, ohne uns die Finger zu verbrennen. Dabei haben wir schön darauf geachtet, dass die Wachsmaler alle gleich (also hier mit dem Bild nach oben) liegen. Die Spitze der Stifte zeigt nach unten.


Ich empfehle unbedingt, die Farben vorher Probe zu legen, weil eine Korrektur sehr schwierig ist.





Hier sieht man die aufgeklebten Wachsmaler. Unten rechts im Bild habe ich mit Klebeband einen Bereich abgeklebt, in dem später das Mädchen mit dem Schirm stehen soll (man sieht mit viel Phantasie schon die Bleistiftzeichnung unter dem Klebeband). Dort sollte ja keine Farbe landen.


Allerdings war das Klebeband (so durchsichtiges Paketband) nicht besonders gut. Ich würde wohl beim nächsten mal an der Stelle etwas anderes nehmen, z.b. gutes Malerkrepp. Das Problem war, dass das Klebeband nicht richtig gehalten hat und die Farbe teilweise darunter gelaufen ist, was sehr mühsam zu korrigieren war.


Hinter und unter dem Bild habe ich großzügig mit Müllbeutel abgedeckt, was auch wirklich nötig war!




Und nun geht es zur Sache:


Fön eingestöpselt und auf die Wachsmaler richten.

Nach kurzer Zeit fangen diese an zu schmilzen und laufen munter der Schwerkraft entgegen.


ACHTUNG! Das spritzt gegebenenfalls. Bedenkt das bei der Kleiderwahl!




Je länger der Fön drauf gerichtet ist, desto schneller fließt die Farbe.


Das ganze geht also relativ fix. (In diesem Moment hab ich allerdings die Aufmerksamkeit meiner kleinen Helferlein verloren, denen war es dann doch irgendwann zu lang ;))


Mit der Pappe, die ich dort in meiner linken Hand halte, habe ich die Farbe "umgelenkt", weil dort ja später ein Schirm sein sollte und ich wollte, dass es so aussieht, als würde die Farbe über den Schirm runter laufen.



Nachdem das alles getrocknet war, musste ich erst einmal die Farbpatzer verschwinden lassen. Ich hab mit weißer Farbe mehrfach drüber malen müssen.



Zum Schluss habe ich das mit Bleistift skizzierte Mädchen mit schwarzem Edding ausgemalt.







Aufhängen, fertig!


Viel Spaß beim Nachmachen!




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So

18

Aug

2013

Tutorial: Wolle (-Seide) färben mit Ostereierfarbe

 

Heute habe ich mal wieder ein paar Wollsachen gefärbt und da dachte ich mir, ich schreibe mal ein Tutorial darüber, wie man Wolle (-Seide) Bodys oder Hemdchen mit Ostereierfarben färben kann. Das ist total einfach und je nach Technik auch super schnell gemacht, man muss sich nur trauen.

Ich gebe zu, bei dem Gedanken, Woll-Seiden-Bodys zu kochen, kann es einem ja schon ein bisschen anders werden ;) Aber wenn man das ordentlich anstellt, passiert rein gar nichts dabei, außer vielleicht, dass das Teil ne neue Farbe bekommt - und das wollen wir ja.

 

Naturfarbene Wollsachen sind schön... solange sie nicht mit Flecken übersät sind. Und wer ein Baby-Led-Weaning Baby (oder wahlweise ein 4-jähriges Kindergartenkind) hat, weiß, wovon ich rede. Flecken. Und die sind in den Wollsachen ja oft ganz schön hartnäckig...

 

Irgendwann, vor Jahren bin ich dann mal darauf gestoßen, dass man Wolle (oder Wolle-Seide, oder Seide) mit "Koolaid" färben kann. Das habe ich damals direkt ausprobiert und beschlossen, dass ich das nienienie wieder machen werde. Der Gestank dieses amerikanischen Süßgetränkpulvers hing Wochen in unserer Wohnung und dem Wollbody.... Das Färben an sich war ja toll, also machte ich mich auf die Suche nach Alternativen.

"Koolaid" ist ja nichts anderes als Lebensmittelfarbe - und die gibt es ja in jeglicher Form (ohne "Duft") zu kaufen. Ich habe inzwischen schon einiges durch und kann sagen, dass es fast egal ist, mit welcher Lebensmittelfarbe man färbt. Ob im Fläschchen, in der Tube, als Färbetablette oder Pulver.... klappt alles gleich gut.

Besonders gerne färbe ich mit der Öko-Ostereierfarbe von Auro, weil die Farben unheimlich schön und natürlich, aber dennoch knallig werden.

 

 

Ich werde hier nun zwei verschiedene Möglichkeiten zeigen. Einmal ein Woll-Seiden-Body, den ich im Topf färbe und ein Wollhemd, welches ich mit Kaltfarbe zum Regenbogenhemd mache :)

 

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, man kan munter mischen, batiken, färben, wie das Herz begehrt.

 

Und nun los!

 

 

 

Färben mit Öko-Ostereierfarbe im Kochtopf

 

Was Du dafür brauchst:

  • Das zu färbende Teil - hier ein Woll-Seiden-Body mit Flecken :)
  • Ein möglichst großer Kochtopf (oder Auflaufform)
  • Lebensmittelfarbe (hier 2x Ostereierfarbe "Orangetöne" von Auro)
  • Ein Löffel
  • je nach Farbe ggf. Essig (ich brauche hier kein Essig, sagt Auro)

 

Zuerst lege ich mir alles bereit und mache den Body komplett nass (wenn das Wollteil sehr fettig ist, vorher am besten waschen, das Fett verhindert die Farbaufnahme etwas). Nass mache ich den Body, damit sich die Farbe gleichmäßig und leichter verteilen kann.

 

Ich koche Wasser im Wasserkocher vor (weil es schneller geht) und löse im heißen Wasser die Farbe auf.

 

 

 

Dann gebe ich den Body vorsichtig und langsam in den heißen Farbsud und drücke ihn mit dem Löffel unter Wasser, so dass der Body ganz von der Farbe bedeckt ist. Das mache ich regelmäßig während des Färbevorgangs. Den Herd stelle ich auf 1 bis 2.

 

 

 

Ich koche den Body ganz langsam auf, bis es anfängt zu blubbern. Wärenddessen rühre ich gaaaaaanz vorsichtig um und drücke den Body immer wieder unter Wasser. Wirklich ganz vorsichtig dabei sein, damit das gute Teil nicht schrumpft. Es ist nämlich nicht die Wärme, die die Wolle einlaufen lässt, sondern diese in Kombination mit Bewegung. Also ganz sachte rühren, dann passiert auch nichts.

 

Wenn das Farbwasser kocht, stelle ich den Herd wieder runter und lasse den Body noch einige Zeit darin verweilen. Das Wasser wird klarer und der Body nimmt nach und nach mehr Farbe an.

Ich geb zu, in der Farbe hier sieht es ein bisschen ekelig aus...

 

So wird die Farbe im Topf fixiert. Je länger, desto sicherer. Wenn ich ein Teil ohne Druckknöpfe oder sonstige Metallteile im Topf färbe, nehme ich das Teil auch gerne direkt nach dem Aufkochen vorsichtig raus und fixiere es in der Microwelle. Das geht schneller und die Farbe ist super fixiert (weiter unten zeige ich noch mal diese Art des Fixierens).

 

 

 

Wenn ca. 20 Minuten vergangen sind, und mir das Farbergebnis gefällt, nehme ich den Topf vom Herd und schütte den gesamten Inhalt ins Waschbecken (jetzt seht ihr, ob ihr ordentlich geputzt habt, Seifenrückstände nehmen die Farbe gerne an;) Aber keine Sorge, das geht leicht wieder ab).

 

Vorsicht, HEIß!!!!!

 

Und jetzt in Ruhe lassen. Nicht sofort ausspülen oder groß bewegen, wegen der Filzgefahr. Wenn der Body abgekühlt ist, erst mal mit klarem kalten Wasser ausspülen und dann noch mal mit Wollwaschmittel waschen.

 

 

 

Nach dem Auswaschen rolle ich den Body in ein Handtuch und drücke ihn aus, so dass er schnell trocknet :)

 

Und fertig ist der gepimpte Woll-Seiden-Body in sonnigem Safrangelb:

 

 

Regenbogen färben mit Ostereier-Kaltfarbe:

Was Du dafür brauchst:

 

  • Das zu färbende Wollteil - hier ein Wollhemd
  • Schüsseln für die verschiedenen Farben
  • Lebensmittelfarbe (hier Kaltfarbe in Tablettenform)
  • Essig
  • Löffel

 

 

Mit diesem Wollhemd habe ich was besonderes vor. Es soll nicht einheitlich bunt werden, sondern in einem Regenbogen-Farbverlauf gefärbt werden.

 

Dafür nehme ich rot, gelb, grün, blau und lila. Grün ist hier keine Färbetablette, aber das ist egal. Man kann die verschiedenen Farbsorten auch mischen.

Ich löse die Farbtabletten nach in etwas Wasser und einem Schuss Essig auf.

 

Das Wollhemd mache ich auch nass, wie den Body, damit sich die Farbe besser verteilen und mischen lässt.

 

 

 

Ich breite das Wollhemd aus und fange mit der gelben Farbe an. Ich kippe einfach mit dem Löffel die Farbe auf das nasse Wollhemd und verteile die Farbe. Danach fange ich links an und gebe rote Farbe über die gelbe.

Ich verwische die Übergänge, so dass ich einen Farbverlauf von rot-orange-gelb bekomme.

 

Ein Stück Küchenrolle ist ein guter Helfer, um den Löffel abzulegen oder zu säubern.

 

 

Auf der rechten Hemdseite träufel ich grüne Farbe und lasse sie mit dem gelb in der Mitte verlaufen.

 

 

 

Und dann mache ich mit blau und lila genau so weiter, bis ich einen hübschen Farbverlauf in Regenbogenfarben habe. (Der Teller unter dem Hemd ist überflüssig. Es ist einfacher, das gleich auf einer gut abwaschbaren ebenen Fläche zu machen). Ich brauche das Hemd nur auf der Vorderseite einfärben, weil die Farbe auch in die Rückseite zieht. Nicht geizig sein, da kann viel Farbe drauf :)

 

 

 

Wenn das Hemd nach meinem Geschmack ist, nehme ich es hoch  -  Vorsicht, Sauerei - und lege es auf einen großen Teller, möglichst ohne die Farben zu vermischen (also nicht den blauen Ärme auf die gelbe Mitte legen...) Wenn die Farbe einmal fixiert ist, lassen sich Farbpatzer nicht mehr rückgängig machen.

 

Den Teller stelle ich in die Microwelle und stelle auf 2 Minuten Normalprogramm. Mjammi.

 

Ich fixiere am liebsten in der Microwelle, weil das am schnellsten geht und das Ergebnis am besten ist. Die Farbe ist dann wirklich so sicher fixiert, dass sie sich nicht mehr auswäscht. Achtung, Wollbodys z.B. dürfen nicht in die Microwelle, wegen der Metalldruckknöpfe. Unbedingt darauf achten!

 

Wer keine Microwelle besitzt (oder nicht benutzen kann wegen Druckknöpfe o.ä.), kann statt dessen auch im Backofen fixieren. Dafür lege ich das Teil in eine Auflaufform und lasse es eine halbe Stunde bei 90°C backen :) Dauert halt nur ein bisschen länger, geht aber auch gut.

 

 

Frisch aus der Microwelle ist das Hemd seeehr heiß, also Achtung! Ich lasse es auf dem Teller abkühlen und wasche es dann, genau so wie den Body oben, im Waschbecken aus.

 

 

 

Im Handtuch ausdrücken und fertig ist ein regenbogenbuntes Wollhemd :)

 

 

Auf diese beiden Arten kann man natürlich noch viele andere schöne Sachen machen.

Zum Beispiel Wolle färben, oder kunterbunte Tupfenhemdchen (was super bei starken Flecken ist). Batiken ist auch immer ein großer Spaß (vor allem wenn man sich dafür entscheidet, gefühlte 2000 kleine Kringel abzubinden...)

 

 

Man muss nur flexibel sein und auch mal Überraschungen annehmen können.

Bei den Auro-Farben sind zum Beispiel jegliche Farbkreismischgesetze außer Kraft gesetzt. Das heißt, ich habe ein mal rot und blau gemischt und dafür grün bekommen (statt lila...). Na gut.

 

 

 

 

 

Und nun viel Spaß beim Ausprobieren! Wenn ihr die Anleitung nutzt, würde ich mich über eine Verlinkung sehr freuen :)

 

Ihr dürft mir auch gerne Bilder eurer Farbexperimente schicken :)))

 

 

 

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Di

25

Jun

2013

Tutorial: T-Shirt-Garn

Für meinen gehäkelten Teppich brauche ich jede Menge Garn, welches ich aus T-Shirts recycelt habe. Das möchte ich kurz zeigen und habe dafür die Entstehung heute einmal dokumentiert.

 

Man nehme ein olles Shirt, je größer, desto besser - weil daraus natürlich mehr Garn wird. Das Shirt kann ruhig hässlich sein, Muster oder Drucke fallen hinterher nicht mehr auf. Auch kleine Löchlein oder Flecken sind nicht schlimm.

 

Es eignen sich Shirts (bei langärmeligen lassen sich auch die Ärmel so verarbeiten), Kleider, Röcke, Nachthemden, etc. Hauptsache ist, dass man ein geschlossenes Schlauchstück hat: Beim T-Shirt ist das das Teil unter den Ärmeln bis zum Bund, oder eben Ärmel selbst. Wenn man unelastisches Material nehmen will, eignet sich auch Bettwäsche oder Hosenbeine einer dünneren Hose. Die Lauflänge und Breite ist natürlich abhängig davon, wie breit die Schnitte sind :)

 

 

 

Dises Shirt falte ich nun so wie auf dem Bild (das muss man nicht zwingend machen, bei Armen oder kleinen Shirts gehts auch ohne Falten. Aber es macht das Schneiden wesentlich schneller, vor allem wenn es ein breites Shirt ist). Also fast in der Mitte falten, so dass die untere Seite noch hervorschaut. Dann das ganze noch mal bis zum entstandenen Rand falten - ich hoffe ihr versteht, wie ich das meine.... Die beiden Faltkanten liegen übereinander, die erste bzw. untere sieht man nicht. Man sieht auf dem Bild aber, dass die Ärmel nicht aufeinander liegen.

 

 

 

 

Den unteren Bund schneide ich nun knapp ab, und trenne das Shirt unter dem Arm vom Rest :) Jetzt habe ich das Schlauchstück übrig, welches ich nun horizontal einschneide.

 

Achtung, ich schneide bis kurz hinter die Faltkanten der oberen Stofflagen, so dass diese ganz durchgeschnitten werden. Wichtig: Nicht das Shirt bis zum Rand durchschneiden, sonst gibts kein Garn.

 

 

 

 

Auseinandergefaltet sollte es nun so aussehen. Eine geschlossene Seite und eine Seite mit Einschnitten:

 

 

 

 

Jetzt greife ich mit dem Arm an der nicht eingeschnittenen Seite in das Stoffstück (für die Fotos habe ich eine Flasche genommen, sonst wäre es mit den Fotos schwer geworden ;)) und schneide:

 

 

 

 

Zuerst schneide ich hier auf der linken Seite von außen bis zur ersten Schnittstelle:

 

 

 

 

Dann schneide ich diagonal von der unteren ersten Schnittstelle zur zweiten oben, parallel zum ersten Schnitt. So schneide ich die gesamte Länge bis zum Ende. Immer diagonal von einem zum anderen Einschnitt.

 

Wie gesagt, ich mache das eigentlich mit dem Stoff über dem linken Arm und schneide dann allerdings von rechts nach links. Das geht natürlich genau so und hat den Vorteil, dass man die entstandene Schnur einfach vom Arm fallen lassen kann bevor man zum nächsten Schnitt geht. Dann kommt man nicht durcheinander :)

 

 

 

 

Wenn man alle Diagonalen geschnitten hat, muss das entstandene Garn nur noch aufgerollt werden.

 

 

 

 

Fertig :)

 

 

Und auf diese Weise sind heute noch ein paar Knäule entstanden, welche zum Teil schon im Teppich hausen :)

 

Geht ganz schnell, probiert es einfach mal aus!

 

 

 

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Sa

02

Feb

2013

Ein Stillshirt entsteht - Tutorial

Schöner Stillen :)
Weil ich des öfteren gefragt werde, wie man die Stillshirts macht, habe ich gestern abend mal eine Entstehung dokumentiert.
Ich habe im hiesigen Stoffladen wunderschönen Baumwolljersey gefunden, der genau meine Farben hat und danach schrie, SOFORT vernäht zu werden :) Okay, ganz ideal ist er nicht für ein Stillshirt, weil 100% BW. Besser ist eigentlich, wenn ein bisschen Elastan drin ist, damit die Stillöffnung besser dehnbar ist. Aber es geht auch so. 
Was ihr braucht:
  •  1 Schnittmuster
  •  je nach Ärmellänge und Größe Stoff (hier habe ich etwa 1m Jersey vernäht)
  •  durchsichtiges Elastikband ("Framilonband")
  •  ein schlafendes Baby
Zu allererst brauch man natürlich ein passendes Shirtschnittmuster. Bei mir ist es auch dieses mal wieder die Bertina von Farbenmix. Eigentlich ist das Vorderteil da 3-teilig, ich habe es mir aber als einteiliges Vorderteil abgemalt. Ich mag bei dem Shirt den Ausschnitt sehr gerne.
Am einfachsten für die Erstellung eines passenden Stillshirts ist, wenn man das Shirt schon mal ohne Stillöffnung genäht hat. Man probiert dieses dann an und misst ab, wo man ungefähr das Ende der oberen Lage haben möchte (idealerweise kurz unter der Brust, natürlich mit passendem BH gemessen;))
Es kann ein-zwei Shirtversuche dauern, bis man die richtige Länge raus hat. Zu lang sieht nicht schön aus, weil es dann so beult, wenn das Teil zu kurz ist, rutscht es hoch. Als knapp unter der Brust ist gut.
Diese Stelle habe ich auf mein Schnittmuster gemalt. Die Linie ist nicht grade, sondern ganz leicht rund, damit die "Ladeluke" nachher vorne ein klein bisschen länger ist als an den Seiten. So passt es mir am besten.
Mein Schnittmuster Stillshirt
 Ich knicke das Schnittmuster immer an der Linie und schneide danach die obere Lage aus.
Die untere lage mache ich so lang, dass ich bis knapp über die Markierung am Ärmelausschnitt zuschneide. Da mache ich oben einfach eine grage Kante. Angezogen geht die untere Lage bei mir dann bis über die Brust. Das hat den Vorteil, dass es nicht einschneidet. Wenn das Baby Hunger hat, lässt sich die Lage problemlos runterziehen.
Für die obere Lage schneide ich noch einen Streifen zum Versäubern zu. Eigentlich wollte ich hier Bündchenware nehmen, weil die gut elastisch ist. Dieses mal habe ich mich trotz 100%BW-Stoff dagegen entschieden, weil ich den Stoff so schön finde und keine optische Unterbrechung wollte. Alternativ werde ich ein Gummiband in das Bündchen einziehen.
zugeschnittene Vorderteile
 
Die restlichen Shirtteile schneide ich ganz normal nach Schnittmuster zu.
Wenn das erledigt ist, geht es ans Nähen:
Zuerst nähe ich das Bündchen an das obere Vorderteil (und in meinem Fall ziehe ich danach das Gummi in den entstandenen Tunnel)
Bündchen annähen
 
Danach nähe ich am oberen Rand der unteren Stofflage von außen das Framilonband auf. Dieses verhindert, dass sich das Shirt an dieser beanspruchten Stelle zu sehr ausdehnt. Hier ist ganz wichtig, dass das Band NICHT gedehnt wird. Sonst schneidet es nachher in die Brust ein, was nicht so schön aussieht. Das Band soll also nur locker aufgenäht werden. Wenn du mit der Overlock nähst, verstelle am besten den Differentialtransport dafür. Evt. ist es auch hilfreich, das Stoffstück beim Annähen leicht (!) zu dehnen.
Framilonband an der Oberkante der unteren Stillöffnung
 
Wenn ich die Teile wie beschrieben vorbereitet habe, nähe ich die beiden Vorderteile rechts auf links so an den Rändern zusammen, dass die Markierungen am Ärmelausschnitt aufeinander liegen. Also da, wo die beiden Vorderteile sich überlappen. Dann verrutscht mir nichts mehr und das Vorderteil sieht schon nach Stillshirt aus.
Kanten knappkantig auf der Nahtzugabe zusammennähen
Ein erster Erfolg: Das Vorderteil ist soweit fertig. Jetzt muss das Shirt "normal" weiter genäht werden. Ich versehe zuerst den Halsausschnitt mit Bündchen und nähe dann die Ärmel an die Armausschnitte.
Vorderteil
Beim Annähen der Ärmel muss man ein wenig aufpassen, dass man nichts von dem doppellagigen Vorderteil versehentlich irgendwo festnäht. Durch die einfache Naht womit wir das Vorderteil zusammen genäht haben, wird dieses Risiko minimiert.
Innenansicht mit angenähtem Ärmel
 
Seitennähte schließen, Ränder nach Belieben versäubern und fertig ist das einmalige Stillshirt:)
Flower-Power Stillshirt

 


 

Stillöffnung

 

getragen
Viele Grüße von der Montillise

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